Ich treffe die zwei beim joggen, ich auf dem Rad, ganz wundgefahren, sie in diesen ärmellosen Backpackerhemden, zwei Marokkaner, einer ganz unscheinbar, einer, den Frauen sicher mehr mögen. Attraktiv, irgendwo.
Wir fangen an zu reden, wissen alle nicht so recht den Weg zurück ins Dorf, verabreden uns für den Abend. Menschen, denke ich. Oder auch: Männer. Also gesehen werden und wichtig genommen, für den Abend, das ist gut, besser als alleine im Zimmer zu sitzen. Alleine zu sein.
Ich hole sie in ihrem Zimmer ab, sitze auf einem der Betten, ein dritter Junge kommt dazu, nasse Haare vom Duschen, V-Auschnitt am T-Shirt, hübsch, ein Player: Er lacht. Danke für das Geschenk, Jungs.
Wir gehen essen und sie machen dieses Spiel, nur nicht zu begeistert sein, nur klar machen, dass die Hälfte von dem, was man sagt, Blödsinn ist. Dann spielen wir Pool, nein Snooker, der Tisch ist riesig, wir können es alle nicht, ich trage mein gelbes, langes Kleid, wenn ich mich vorlerne, dann fallen meine Brüste fast raus. Der Hübsche flirtet mit mir, berührt mich manchmal leicht am Arm. Gut, denke ich, das läuft. Wir gehen raus, küssen uns, flüchtig, schnell, heimlich, er sagt den Jungs, dass wir gehen, gehen zu meinem Zimmer.
Küssen uns und eigentlich ist es nicht so aufregend. Eigentlich fühle ich nichts. Wir haben Sex, irgendwie, wie man halt so Sex hat, also blase ich ihm vermutlich einen und wir ficken, ha, das Programm halt. Wir liegen dann auf dem Bett, er fragt, ob ich es auch mit ihm und seinem Kumpel zusammen machen würde, ich, hm, ja, vielleicht, ich weiß nicht. Theoretisch. Aber. Aber ich will nicht. Das sage ich nicht. Vermutlich denke ich es nicht mal.
Sage ihm, er soll ihn halt holen, den Freund, aber nur den einen. Wieso? Den Anderen mag ich nicht. Er lacht. Soll ich dich davor nochmal ficken? Ich weiß nicht. Willst du? Hm. Kann ich in deinen Arsch? Ja, ok, aber mach langsam.
Es tut weh. Gut, denke ich, durchatmen, vielleicht wird es besser. Nein, es tut weg. Warte noch kurz, noch ein bisschen.
Es tut weh, sage ich. Hör auf. Sch, sagt er, ich liege auf dem Bauch, sch, sagt er in mein Ohr, wie man ein kleines Kind beruhigt, nein, hör auf, sage ich, sch, sein Gewicht drückt mich weiter aufs Bett, sein Schwanz nach wie vor in meinem Arsch, weil ihm scheißegal ist, wie weh mir das tut. Dann zieht er raus.
Scheiße, sage ich, wieso hast du nicht aufgehört? Ich habe aufgehört. Aber nicht sofort. Doch habe ich, was erwartest du, ich kann da ja auch nicht sofort rausziehen, das muss ich ja langsam machen. Komm ich weiß, was du willst. Ich liege auf dem Rücken. Er fickt mich. Meine Vagina tut weh, von der Pilzinfektion. Ja, was ich will, denke ich. Was ich will.
Er steht auf, zieht sich an. Gehst du?
Ja.
Hm.
Sag mir deinen Namen.
Wieso?
Ich adde dich auf Facebook.
Tust du nicht.
Doch. Vielleicht.
Ich spüre diese dunkle Wolke aufsteigen, drückt mein Inneres zusammen. Nicht allein sein, nicht allein sein.
Kann ich mitkommen?
Hm.
Sicher, dass es dich nicht stört?
Nein, ist ok. Er ist genervt und es ist egal, weil ich jetzt was will.
Die Jungs liegen jeder in seinem Bett, der eine streckt die Hand aus. Es ist dunkel, ich glaube es ist der attraktivere, bitte, denke ich. Setze mich zu ihm, ja, ich glaube. Er zieht mich zu sich, küsst mich.Küsst gut, zärtlich, der von davor geht duschen, wir liegen auf dem Bett und küssen. Der andere kommt aus dem Bad, der, der mich küsst ist abgelenkt. Zieht mich ins Bad. Ich bin nackt, er sitzt auf der Wanne, ich hüpfe ein bisschen auf ihm herum, fühle etwas, vielleicht, vor allem krampfen meine Oberschenkel. Sowas mache ich eigentlich nur betrunken, sage ich. Komisch, das nüchtern zu machen. Ja, ich auch. Der Unattraktive gesellt sich dazu nackt, drückt sich an mich. Ich ignoriere ihn. Er will, dass ich ihn beachte, seinen Schwanz lutsche, ich ignoriere ihn. Zurück ins Bett, flüstert der, der mich fickt, also ich, den ich ficke.
Wir liegen im Bett, er ist richtig süß. Der andere nervt, fragt den mit dem ich hier liege, ob ich ihm nicht wenigstens einen blasen kann. Ich sage, nein, ich finde ihn nicht attraktiv. Ich auf ihm, ich weiß, dass sie jetzt gucken und das es schön ist, schön aussieht, meine ich, also intim, ich küsse, streichle ihn, reite langsam, werfe meine Haare zurück und lehne mich zurück, fürs Publikum. Von hinten, murmele ich, liege auf dem Bauch, das Gesicht weggedreht, eine Hand an meiner Klitoris, er stößt von hinten, küsst mich auf den Rücken, die Schulter, den Nacken, in mir Wärme, die anwächst, dann komme ich, lautlos, kralle mich ins Bett, ziehe ihn hinein in mich, umschlinge ihn. Lächle ins Bettlaken. Dann gehe ich an ihm runter, nehme ihn tief in dem Mund, mache es, wie Kerle das wollen, tief, tief tiefer, nicht würgen, entspannen, atmen, Eier lecken, saugen, mehr Druck, weniger, genug Leidenschaft, genug Zärtlichkeit, genug Begeisterung. Er kommt und ich schlucke, komme hoch, küsse ihn. Wow, ich glaube, das war der beste Blowjob meines Lebens murmelt er. Ich kuschle mich an ihn, denke gut. Die Jungs lachen mich aus, dass ich immer bei den Frauen penne und nicht einfach gehen, sagt er. Hm, sage ich. Er steht auf, geht ins Bad.
Der, den ich nicht will, flüstert meinen Namen, ich drehe mich weg, flüstert ihn wieder, come her. Nein, ich will nicht. Er kommt zu mir, ich verkrampfe, schließe die Augen, drehe mich weg. Was wenn ich es einfach ertrage? Dann hört er auf zu betteln. Nein, sage ich, ich will nicht. Der andere kommt zurück, legt sich ins leere Bett, ich schaue in seine Richtung, bitte, denke ich. Willst du zu mir liegen? Lege mich neben ihn, vergrabe mich.
Am nächsten Tag schaut mich der unattraktive nicht an, ich ziehe mich an, sie packen, ich sage tschüss, der hübsche zwinkert, ich laufe aus dem Hotel und Leere breitet sich langsam in mir aus.
Freitag, 12. April 2013
was wir so tun
Ich sitze auf dem Kerl und reite ihn, reite ihn gut, mache leichte Wellen mit meinen Körper, sein Schwanz geht in mir auf und ab, spüre nichts,denke gut, egal für ihn, mein Roboterkörper geht die Bewegungen durch, ficke ihn also, steige irgendwann ab, weil mir zu heiß ist.
Er steht draußen, raucht eine Zigarette, sagt: Ich glaube, das sind die Medikamente, irgendwie rauben die mir meine Lust.
Ich denke, also will das hier keiner von uns beiden.
Also sind wir beide die Maschinen, die die Abläufe durchgehen, weil sie durchgegangen werde müssen, das reden, was man als flirten versteht, dann die Drinks, dann küssen, dann mit dem Roller zum Zimmer, dann küssen, ausziehen, kurz rummachen, Kondom drüber und dann ficken. Obwohl wir beide gar keine Lust haben, aufeinander, oder auf ficken, am wenigsten auf Sex.
Danach ist es gut, verbringen einen Tag in Wasserfällen, heißen Quellen und auf dem Motorrad und versuchen gar nicht mehr, uns nahe zu kommen. Dann trennen sich unsere Wege, Name austauschen, auf Facebook adden, ein paar Fotos von uns im Wasser, ein israelischer Name in meiner Freundesliste.
Er steht draußen, raucht eine Zigarette, sagt: Ich glaube, das sind die Medikamente, irgendwie rauben die mir meine Lust.
Ich denke, also will das hier keiner von uns beiden.
Also sind wir beide die Maschinen, die die Abläufe durchgehen, weil sie durchgegangen werde müssen, das reden, was man als flirten versteht, dann die Drinks, dann küssen, dann mit dem Roller zum Zimmer, dann küssen, ausziehen, kurz rummachen, Kondom drüber und dann ficken. Obwohl wir beide gar keine Lust haben, aufeinander, oder auf ficken, am wenigsten auf Sex.
Danach ist es gut, verbringen einen Tag in Wasserfällen, heißen Quellen und auf dem Motorrad und versuchen gar nicht mehr, uns nahe zu kommen. Dann trennen sich unsere Wege, Name austauschen, auf Facebook adden, ein paar Fotos von uns im Wasser, ein israelischer Name in meiner Freundesliste.
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